Wahlprogramm der SPD Altenburg für die Jahre 2014 – 2019

Altenburg ist eine Stadt der Aufbrüche ‐ und das seit mehreren Jahrhunderten. Historisch im Kern und modern im Denken ‐ so präsentiert sich unsere Stadt auch heute. Und das hat einen guten Grund: Bürgerinnen und Bürger haben sich gemeinsam mit den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung für Altenburg engagiert. Die SPD Stadtratsfraktion hat dabei in den letzten zehn Jahren zusammen mit dem sozialdemokratischen Oberbürgermeister maßgebliche Akzente gesetzt und die Zukunft Altenburgs mit gestaltet. Diese erfolgreiche Arbeit wollen wir auch in den nächsten Jahren fortsetzen: Wir wollen unseren Kurs einer offenen und glaubwürdigen Politik im Sinne der Einwohner Altenburgs fortsetzen.

Für die kommende Wahlperiode haben wir uns schwerpunktmäßig folgende Ziele gesetzt, an denen wir uns von den Wählerinnen und Wählern messen lassen wollen:

Familienfreundliche Stadt
Leistungs‐ und zukunftsfähige Kindergartenstrukturen sind für Altenburg als familienfreundliche Stadt von grundlegender Bedeutung. Deshalb setzen wir unseren Kurs fort. Wir werden auch zukünftig dafür sorgen, dass durch eine stabile Förderung den Trägern der Kindertagesstätten Sicherheit gegeben und das Angebot für Familien konstant und in der bisher gebotenen hohen Qualität erhalten wird.

Gute Bildung ist ein zentraler Baustein für die Zukunft unserer Kinder. Eine vielfältige und leistungsfähige Schullandschaft in Altenburg, sei es in staatlicher oder privater Verantwortung, ist uns wichtig. Wir leisten unseren Teil dazu und stehen auch zukünftig zur Schulträgerschaft der Stadt Altenburg. Wir setzen uns zudem für ein neues Investitionsprogramm Schulen ein. Dazu fordern wir die finanzielle Unterstützung des Freistaates Thüringen ein. Mit den Investitionen wollen wir die Lehr‐ und Lernbedingungen an den staatlichen Schulen verbessern und somit unseren Anteil zu einer erfolgreichen Schulkarriere aller Schülerinnen und Schüler leisten. Daneben setzen wir uns für den Erhalt der städtischen Bibliothek als einen weiteren Ort aktiver Bildungsarbeit ein.

Mit Unterstützung der städtischen Wohnungsgesellschaften und privater Investoren werden wir den erfolgreichen Kurs zur Schaffung familiengerechten Wohnraums in der Innenstadt fortsetzen, z.B. durch die Bebauungen und Sanierungen in der Schmöllnschen Straße und Teichstraße. Daneben werden wir sowohl verstärkt Flächen in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen auf ihre Eignung als Eigenheimstandorte prüfen, beplanen und herrichten.

Für die Unterhaltung und Erneuerung der Spielplätze in Altenburg werden wir auch weiterhin finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und somit das breite Angebot in allen Stadt‐ und Ortsteilen aufrecht erhalten. Wir werden zudem unseren bereits seit Jahren bestehenden Einsatz für eine Neugestaltung des Areals am Großen Teich weiter intensivieren, um mit den beteiligten gesellschaftlichen Akteuren ein bestmögliches
Nutzungskonzept zu erarbeiten und umzusetzen.

Mittelstand / Wirtschaft
Ein leistungsfähiger Mittelstand ist die Grundlage für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Deshalb wollen wir die umfangreiche und intensive Zusammenarbeit zwischen städtischer Wirtschaftsförderung und allen mittelständischen Unternehmen fortsetzen. Schwerpunkte sind für uns weiterhin die Bereitstellung kommunaler Gewerbestandorte, die Unterstützung bei der Überwindung bürokratischer Hürden, der weitere Ausbau vorhandender Netzwerke und eine wirtschaftsorientierte Willkommenskultur in allen städtischen und nicht städtischen Verwaltungsstrukturen.

Altenburg benötigt auch zukünftig leistungsstarke Dienstleistungsunternehmen, gesunde Handwerksbetriebe und stabile landwirtschaftliche Betriebe. Wir wollen dafür auf allen Ebenen der Verwaltung optimale Rahmenbedingungen für deren Entwicklung garantieren.

Wir beteiligen uns auch zukünftig an Projekten der Berufsorientierung und unterstützen den Qualifizierungs‐ und Weiterbildungsmarkt nach Kräften, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

In der Tourismuswirtschaft setzen wir uns dafür ein, dass die Stadt Altenburg auch zukünftig professionelle Strukturen finanzieren und gemeinsam mit dem Landkreis unsere Region vermarkten wird.

Südraum Leipzig
Traditionell ist Altenburg eng mit dem Wirtschaftsraum Leipzig verflochten. Mit der Ende des Jahres 2013 geschaffenen S‐Bahn‐Verbindung nach Leipzig ist der Bezug zu dieser Metropole noch stärker geworden. Davon kann und muss Altenburg zukünftig profitieren. Dies betrifft dabei insbesondere die Bereiche Wirtschaft, Arbeit, Wohnen und Tourismus. Wir fordern deshalb ein Werbekonzept für Altenburg, welches explizit auf Leipzig und dessen direkten Umlands ausgerichtet ist und die Ziele der Ansiedlung neuer Unternehmen in Altenburg, den Zuzug von Auswärtigen und die Stärkung des Tourismusstandortes Altenburg zum Gegenstand hat. Hierzu wollen wir den Freistaat Thüringen und die Thüringer Tourismus GmbH einbinden. Parallel dazu setzen wir uns für eine Belebung des Bahnhofsgebäudes ein, zum Beispiel durch die Ansiedlung neuer Dienstleistungsunternehmen. Daneben fordern wir die Errichtung einer neuen Toilettenanlage im Bahnhofsgebäude um den Service für Reisende zu verbessern.

Wir streben mit allen Umland‐ und Nachbargemeinden ein kooperatives Miteinander zum gegenseitigen Vorteil und der Stärkung des Landkreises Altenburger Land.

Innerstädtischer Einzelhandel
Wir unterstützen die Pläne der Firma Saller zur Errichtung eines innerstädtischen Einzelhandelszentrums auf dem Areal Topfmarkt/Spiegelgasse (Quartier 15). Diese Investition stärkt die Innenstadt und bietet für die Gewerbetreibenden und Unternehmer neue Möglichkeiten, sich in bester Lage zu präsentieren und ihre Kundschaft zu begrüßen. Die geplante Parkgarage stellt zudem eine Entlastung für die wochentags benötigten Stellplätze dar und erleichtert die Parkplatzsituation insbesondere für die Bewohner der Innenstadt. Deshalb werden wir uns im Stadtrat aktiv für das Projekt einbringen und die notwendigen Beschlüsse fassen.

Mit den innerstädtischen Handelseinrichtungen und ihrer Interessenvertretung werden wir auch zukünftig vertrauensvoll zusammenarbeiten. Dabei knüpfen wir an die bisher erzielten Erfolge zur Stärkung des Innenstadthandels, zum Beispiel durch das wochentags kostenfreie Parken nach 17 Uhr und am Wochenende, an und werden diese fortschreiben.

Haushaltspolitik
Eine solide und glaubwürdige Haushaltspolitik ist unser Markenzeichen. Deshalb ist es uns gelungen, die von der CDU im Jahr 2000 hinterlassenen Schulden von mehr als 41 Mio. EUR auf nunmehr unter 15 Mio. EUR zu reduzieren. Für uns gilt auch weiterhin ‐ wir können nur das Geld ausgeben, was wir tatsächlich zur Verfügung haben. Jeder der Mehr Kommune fordert, muss auch erklären, wie er es finanzieren will, ohne die Bürger zusätzlich zu belasten.

Straßen‐, Wegebau und Verkehr
Der finanzielle Rahmen für die Sanierung und den grundhaften Ausbau von Straßen ist aufgrund der allgemeinen Finanzsituation der Kommunen in Thüringen rückläufig. Wir werden Vorschläge unterbreiten, wie finanzielle Mittel freigelenkt werden können, um sie zielgerichtet für den Ausbau und die Erhaltung unserer Straßen und Gehwege einzusetzen. Dafür werden wir zum Beispiel alle Möglichkeiten zur Entbürokratisierung der Verwaltung nutzen und dadurch nachhaltige Kostenreduzierungen erzielen.

Der grundhafte Ausbau der Zillestraße ist dabei ein prioritäres Projekt. Zudem wollen wir erneut ein Programm zur Sanierung der Straßenoberflächen auflegen, ohne dass hierfür Straßenausbaubeiträge entstehen. Markante Projekte sind dabei die Marstallstraße, die Mäderstraße und die Rosa‐Luxemburg‐Straße. Darüber hinaus werden wir den eingeschlagenen Weg, die Fußwege in der Stadt Altenburg schrittweise zu erneuern, fortsetzen.

Die Verkehrssituation in einer historischen Stadt stellt eine Herausforderung dar. Wir setzen uns für die Erstellung quartiersweiser Verkehrskonzepte ein. Dabei haben wir nicht nur die Einbahnstraßenregelungen im Blick, sondern auch die Parkplatzsituation und die Durchlässigkeit des fließenden Verkehrs. Dazu gehört für uns auch die Option die bestehenden Kreisverkehre für den Zweirichtungsverkehr nutzbar zu machen und somit die Zahl der Einbahnstraßen zu minimieren. Ziel ist es, die Erreichbarkeit der Innenstadt, zum Beispiel durch eine innovative Verkehrsregelung im Johannisgraben und der Gerhard‐Altenbourg‐Straße zu verbessern.

Wir wollen ebenfalls einen umfassenden Ausbau des Verkehrsknotenpunktes Eisenbahnunterführung Kauerndorfer Allee unter Berücksichtigung aller Sicherheitsaspekte für Fußgänger, Radfahrer und den abbiegenden Fahrzeugverkehr realisieren.

Auf der derzeitigen Brachfläche in der Heckelstraße werden wir neue Parkplätze schaffen und somit die dortige Parksituation erleichtern.

Sanierung Innenstadt
Wir wollen konsequent den grundhaften Ausbau der Altstadt vom Areal am Markt bis zum Johannisgraben vorantreiben. Dazu werden wir den Platz bei der Brüderkirche, die Gerhardt‐Altenbourg‐Straße und den Johannisgraben grundhaft neu gestalten und somit den Zuweg in die Innenstadt qualitativ verbessern. Das dient nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern Altenburgs, sondern auch den Touristen, die unsere schöne Stadt besuchen.

Die Sanierung und Wiederbelebung des Ernestinums und des Josephinums sind für uns zentrale Punkte der Neugestaltung der westlichen Innenstadt. Wir werden uns deshalb intensiv um weitere Fördermöglichkeiten auf Bundes‐ und Landesebene kümmern und damit die notwendigen Arbeiten weiter vorantreiben. Dies wertet die gesamte Innenstadt auf.

Besonders wichtig sind uns ebenfalls die Sanierungen der Einzeldenkmale Europäischer Hof als Wohn‐ und Geschäftshaus, der Burgstraße 17 (ehemalige Skatschule) als stadtbildprägendes Objekt am ältesten Platz Altenburgs, Johannisgraben 3a als Jugendeinrichtung des Vereins „New Generation“ und der Johannisstraße 22 als AWOProjekt für seniorengerechtes, barrierefreies Wohnen.

Schwerpunkte für den zukünftigen Einsatz der verfügbaren Städtebaumittel bilden für uns ebenso die Schlosskirche, der Marstall und die Dach‐ und Fenstersanierungen des Lindenau‐Museums.

Sport / Hallenneubau
Die SPD‐Stadtratsfraktion war in den letzten zwanzig Jahren der Motor für die Modernisierung der städtischen Sporteinrichtungen und hat viele Investitionen maßgeblich mit auf den Weg gebracht. In der kommenden Wahlperiode wollen wir für die Gemeinschaftsschule Erich Mäder eine neue Sporthalle für einen zeitgemäßen Sportunterricht errichten. Dazu gehört für uns nicht nur der Sportraum selbst, sondern auch die sanitären Einrichtungen und die technischen Systeme. Damit bieten wir den Schülerinnen und Schülern ein attraktives Umfeld und fördern zugleich einen sorgenfreien Unterricht. Zudem verbessern wir damit auch die Bedingungen für den Vereinssport in der Altstadt.

Wir stehen für die gebührenfreie Nutzung der Sportstätten durch die Altenburger Sportvereine, unterstützen finanziell alle Bemühungen zur Beibehaltung des Sportunterrichts in den Kindertagesstätten in unseren Sporthallen und werden den Erhalt aller modernisierten Sporteinrichtungen im Stadtgebiet garantieren. Dazu gehören für uns auch die modernisierten Schwimmeinrichtungen, Hallenbad und Freibad, bei denen wir kostengünstige Eintrittspreise aufrecht erhalten wollen. Die Entwicklung des zentralen Sportareal am Stadtwald mit den Stadien, Kunstrasenplatz und Leichtathletikeinrichtungen soll im sanitären Bereich weiter ausgebaut werden. Von besonderer Bedeutung ist daneben die Schaffung von ausreichenden Parkmöglichkeiten, welche ebenfalls für das neu entstehende Freizeitareal am Bismarckturm genutzt werden sollen. Dieses Ziel wollen wir mit privaten Investoren erreichen.

Theater / Kultur
Die Stadt Altenburg ist eine Kulturstadt mit einem umfangreichen Angebot an traditionellen Kultureinrichtungen und breitenkulturellen Aktivitäten.

Wir stehen zu unserem Theater. Wir setzen uns dafür ein, dass unser Theater auch über das Jahr 2016 hinaus in der derzeitigen Struktur und dem bisherigen Angebot erhalten bleibt. Hierzu werden wir von den anderen Gesellschaftern gleichlautende Erklärungen einfordern. Zudem fordern wir, das produzierende Theater am Standort Altenburg zu stärken und für ein ausgewogenes Verhältnis der Aufführungen an den Standorten Sorge zu tragen.

Wir werden die für die Stadt Altenburg bedeutsamen kulturhistorischen Bezüge, wie Barbarossa und Stauffer‐Geschichte, sowie Spalatin und Reformation kontinuierlich weiterentwickeln und für nachhaltige Angebote auch nach der Spalatin‐Ausstellung sorgen. Wir wollen weiter an der Profilierung der Marke Barbarossa arbeiten. Dazu sollen Projekte mit dem Theater, mit gesellschaftlichen Initiativen und den ehrenamtlichen
Laienschauspielern im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten optimal umgesetzt werden.

Schloss / Rote Spitzen
Das Altenburger Schloss und die Roten Spitzen sind Besuchermagnete sowohl bei den Altenburgerinnen und Altenburgern als auch bei den Besuchern unserer Stadt. Wir wollen deshalb den touristischen Reiz beider Objekte weiter stärken.

Das Profil des Altenburger Schlosskomplexes mit seinem Museum und seinen weiteren Einrichtungen wollen wir für eine noch bessere Nutzung, zum Beispiel durch Touristen, Unternehmen und Privatpersonen schärfen. Um dies zu erreichen streben wir eine neue Führungsstruktur durch die Schaffung der Stelle eines Direktors für den gesamten Schlosskomplex an und wollen diese umgehend ausschreiben und besetzen. Wir setzen uns für die Entwicklung innovativer, familienfreundlicher musealer Angebote ein um den Erlebnisfaktor des Altenburger Schlosses für breite Bevölkerungsschichten zu erhöhen. Ein Beispiel dafür ist die Errichtung einer Kartenmacherwerkstatt im Schlosskomplex. Einen weiteren Schwerpunkt legen wir auf die Entwicklung und Vermarktung touristischer Produkte in Zusammenarbeit mit allen Kooperationspartnern.

Wir wollen das Wahrzeichen Altenburgs, die Roten Spitzen, mit ihren Bezügen zu Barbarossa, den Stauffern und der Romanik weiter konsequent ausbauen und vermarkten. Dies soll im Konsens mit der gesamten Aufwertung des Areals um die Roten Spitzen wie zum Beispiel der Öffnung der Mönchsgasse, der Entwicklung der Berggasse, der Schaffung eines Eingangsbereiches inklusive erforderlicher sanitärer Anlagen und der Errichtung eines Kräutergartens in der Klausur erfolgen.

Wir unterstützen alle Bemühungen das Teehaus und die Orangerie als Veranstaltungsort weiter zu etablieren und entsprechende gastronomische Nutzungen zu ermöglichen. Wir danken dem Förderverein für das bisherige langjährige Engagement rund um das Teehaus. Wir unterstützen den Verein bei seinen Bemühungen zur Sanierung des historischen Eingangsportals.

Ehrenamt / Verein
Wir sagen all jenen Dank, die sich durch ihr persönliches, ehrenamtliches Engagement im sportlichen, kulturellen oder sozialen Bereich für ein lebendiges Vereinswesen in Altenburg einsetzen. Wir werden auch weiterhin ein verlässlicher Partner für das Ehrenamt sein. Dabei liegt uns die Zukunfts‐ und Leistungsfähigkeit aller ehrenamtlichen Strukturen ebenso am Herzen wie eine nachhaltige Förderung der Vereine. Wir halten auch zukünftig an der finanziellen Unterstützung der Kleingartenanlagen mit einem tragfähigen Zukunftskonzept fest. Besondere Unterstützung geben wir innovativen Projekten und vereinsübergreifenden Kooperationen im Kleingartenwesen. Dies schließt auch eine weitere enge Kooperation mit dem Förderverein des Botanischen Gartens ein.

Die gebührenfreie Nutzung der Sportstätten durch die Altenburger Sportvereine ist neben der Förderung der vielfältigen Aktivitäten in der Breitenkultur ein wichtiger Beitrag für eine kinder‐ und jugendfreundliche Politik in unserer Stadt. Wir zollen den ehrenamtlichen Initiatoren sportlicher und kultureller Großveranstaltungen, die teilweise schon überregionale Bedeutung erlangt haben, Respekt und Anerkennung und sichern ihnen auch weiterhin unsere Unterstützung zu.

Senioren
Wir setzen uns dafür ein, dass sich die älteren Menschen in Altenburg aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen können. Hierzu werden wir das Angebot an Anlaufstellen für ältere Menschen und die dort vorhandenen Informations‐ und Beratungsangebote ausbauen. Wir unterstützen den Wunsch vieler Seniorinnen und Senioren, so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt leben und im vertrauten Wohnumfeld alt werden zu können. Dazu werden wir auch zukünftig die Wohnungsgesellschaften der Stadt und private Investoren beim Ausbau generationengerechter Wohnformen unterstützen. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, z.B. durch eine generelle Absenkung der Bordsteine an Überwegen und die Verbesserung der Gehwegqualität, erhöht wird.

Begleitend werden wir uns dafür einsetzen, dass die Strukturen der Gesundheitsfürsorge in Altenburg weiter ausgebaut werden. Wir unterstützen die geplanten Aktivitäten für eine Verbesserung der allgemeinärztlichen Versorgung in den Stadtteilen, insbesondere in Altenburg‐Nord und Süd‐Ost. Die im Rahmen der Umgestaltung des Nordplatzes geplante Erweiterung des Ärztehauses begrüßen wir und sichern den Initiatoren unsere Hilfe zu.

Wir unterstützen alle Aktivitäten zur Sicherung unserer medizinischen Versorgungseinrichtungen, wie Klinikum Altenburger Land und psychiatrische Einrichtungen der Lukas‐Stiftung, im Hinblick auf mögliche Strukturveränderungen im Freistaat Thüringen.

Jugend
Unserer Stadt haben in den vergangenen 25 Jahren viele junge Menschen den Rücken gekehrt, weil sie in anderen Regionen bessere Arbeitsmarktchancen hatten. Der zunehmende Arbeits‐ und Fachkräftemangel eröffnet uns nunmehr die Möglichkeit die junge Generation in der Stadt Altenburg und im Landkreis wieder zu binden. Dafür wollen wir alle Potentiale zur Entwicklung moderner jugendfreundlicher Angebote nutzen. Dazu benötigen wir ein wirksames, aktives Bündnis von Wirtschaft, Schulen und Kommunalpolitik. Wir wollen deshalb den Landkreis in seinen Bemühungen für eine ausreichende lokale Berufsausbildung in unseren Berufsschuleinrichtungen unterstützen. Nur so können wir unsere jungen Menschen in der Region halten. Gemeinsam mit privaten Investoren und der Mitwirkung von Hochschulen des Umlandes sollen moderne kinder‐ und jugendgerechte Freizeitangebote entwickelt werden um die Attraktivität unserer Stadt für diese Altersgruppen zu erhöhen. Um diesen Weg einschlagen zu können brauchen wir eine größtmögliche Öffnung unserer Stadt gegenüber modernen und innovativen Ideen. Dies erfordert Toleranz und entschlossenes Handeln aller beteiligten Behörden und Entscheidungsträgern.

Daneben halten wir an der stationären, sowie aufsuchenden Jugendsozialarbeit fest und gewährleisten damit eine Teilhabe aller Jugendlichen am gesellschaftlichen Leben. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Bekämpfung der zunehmenden Kinder‐ und Jugendarmut.

Bürgerservice
Die Einrichtung eines Bürgerservices in dem jetzt noch von der Sparkasse genutzten Gebäude neben dem Rathaus steht in unserem Fokus zur Verwaltungsmodernisierung und nachhaltigen Verbesserung der städtischen Dienstleistungen. Mit dem Bürgerservice soll es für jeden möglich werden, an einer Stelle nahezu alle Anliegen, für die die Stadtverwaltung zuständig ist, erledigen zu können. Dies betrifft insbesondere das Meldewesens, also z.B. die Beantragung eines neuen Personalausweises oder Reisepasses, aber auch das Gewerbewesen oder die Straßenverkehrsbehörde. Wir werden deshalb dafür Sorge tragen, dass der zu errichtende Bürgerservice personell und fachlich untersetzt wird und die Öffnungszeiten bürgerfreundlich gestaltet werden.

Wir unterstützen ausdrücklich alle Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Verwaltungseinrichtungen im neuen Bürgerservice.

Aktionsbündnis Sicherheit / Ordnung
Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit zeichnen eine lebenswerte Stadt ebenso aus. Deshalb wollen wir gemeinsam das Wertebewusstsein in der Bürgerschaft stärken und setzen in unserem gesellschaftlichen Miteinander auf Zivilcourage und Präventionsarbeit.

Wir wollen mit gemeinsamen Aktionen erreichen, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger einbringen und mitmachen. Selbstverständlich wird die Stadtverwaltung dabei eine Vorbildrolle einnehmen. Ungeachtet dessen stehen wir für eine konsequente Ahndung von Verstößen durch die Ordnungsbehörden und die Polizei. Keine Toleranz zeigen wir im Kampf gegen Rechtsextremismus. Der jährliche Thüringen Monitor der Landesregierung zeigt, dass rechtsextremes Gedankengut immer noch tief in unserer Gesellschaft verankert ist. Wir werden auch zukünftig offen Gesicht zeigen, wenn es darum geht, den dumpfen braunen Parolen unser Bild von einer bunten, offenen und vielfältigen Lebenskultur entgegenzusetzen.

Wir streben ein umfassendes Aktionsbündnis mit dem Jugendamt, der aufsuchenden Sozialarbeit, der Lehrerschaft, den Schüler‐ und Elternvertretungen, der Polizei und Fachkräften aus Medizin‐ und Suchtberatung an, um den Austausch über Erfahrungen bei der Bekämpfung des Drogenkonsums, insbesondere der aktuellen Modedroge Crystal, zu befördern, Konzepte und Projekte weiter zu verbessern und die Öffentlichkeit umfassend zu informieren. Wir müssen den Umgang mit diesem Thema viel stärker in den Fokus des gesellschaftlichen Bewusstseins rücken.

Wir werden den eingeschlagenen Kurs zur Umwandlung und Aufwertung von Brachflächen und baulichen Missständen in der Altenburger Innenstadt fortsetzen. Dies bedeutet, dass wir zukünftig verstärkter private Eigentümer die ihre Objekte oder Flächen vernachlässigen zur Verantwortung ziehen und in Ausnahmefällen auch mittels Ersatzvornahmen oder Eigentumserwerb besonders bedeutsame städtebauliche Objekte sichern. Mit dem erfolgreichen Zwischenerwerbermodell nutzen wir staatliche Fördermittel und schaffen die Voraussetzungen für private Investitionen. Dies wird uns helfen, das Bild Altenburgs weiter zu verbessern.

Hochwasserschutz
Das Hochwasser 2013 hat uns schonungslos offengelegt, dass der Hochwasserschutz auch in der Stadt Altenburg weiter verbessert werden muss. Den Erkenntnissen folgend werden wir uns für den Neubau der Brücke am Gasthof in Kosma einsetzen, um die Durchflussmenge der Blauen Flut zu erhöhen und somit zukünftige Hochwasserlagen an dieser neuralgischen Stelle zu verhindern. Die Schaffung von Polderflächen in Knau und Rasephas an Blauer Flut und Gerstenbach ist eine weitere Maßnahme, die wir nach Erarbeitung eines entsprechenden Hochwasserschutzkonzeptes umsetzen wollen. Im vom Hochwasser des letzten Jahres ebenfalls stark betroffenen Paditz wollen wir an der historischen Bogenbrücke die ursprünglichen Abflussverhältnisse der Pleiße wiederherstellen und somit für eine Entspannung im Hochwasserfall sorgen. Wir garantieren auch zukünftig leistungsfähige, gut ausgerüstete und qualifizierte Feuerwehrstrukturen.